Religiöse Bräuche

VERSCHIEDENE BRAEUCHE LEBEN WAEHREND DES WEIHNACHTSFESTES UND SILVESTER IM GANZEN LAND AUF.

In der Vergangenheit war es Brauch, weiße Tiere (Schafe und Kühe) in die Häuser zu lassen, damit diese böse Geister vertrieben. Als Symbol für die Unsterblichkeit werden Meerzwiebeln an die Türen gehängt. Eine der beeindruckendsten Weihnachtstraditionen der heutigen Zeit ist der Gottesdienst in einer echten Krippe in der Höhle Marathokefala.

Alte Bräuche zum Heilen von Kranken werden nach wie vor gepflegt. In Sfakia bringen Kranke Opfergaben zu Ehren des Heiligen Antonius in Form von Teigfiguren dar, um ihre Krankheiten zu heilen, und in Psiloritis werden bei Gedenkgottesdiensten Brote, die wie Menschen geformt sind (lazaropsoma), als Opfergaben dargebracht. Während der Feier von Agia Pelagia vergraben Kranke am Strand ihre schmerzenden Beine oder Hände im Sand. In Achlade werden Kleider an die heilige Terpentinpistazie des Heiligen Antonius gehängt. Während des Festes des Heiligen Kreuzes auf dem Gipfel des Kofinas lebt der alte Brauch der Anbetung von Bäumen wieder auf. Die Früchte von drei Bäumen, die die Einheimischen Äpfel von Kofinas nennen, werden gesammelt, vom Pfarrer gesegnet und an die Pilger verteilt, die diese dann essen.

Karneval ist ein weiteres großes Fest, dessen Wurzeln weit in die Vergangenheit reichen und das an Orten wie Gergeri in Heraklion ausgelassen gefeiert wird – mit den Arkoudiarides (wilde Bären), die Pelze und Glocken tragen, den Lerades mit ihren verschmutzten Gesichtern, den Siviani (spezielle Maske aus den Wurzeln der amerikanischen Aloe Vera Pflanze, die in Griechenland als Pflanze der Unsterblichkeit bekannt ist) und weiteren typischen Figuren wie dem Kamel und dem Kadi (türkischer Richter). Größere Städte auf der Insel veranstalten Paraden und Schatzsuchen.

Neben den üblichen Osterbräuchen in Griechenland gibt es auf Kreta einige besondere einheimische Traditionen. Dazu gehört das symbolische Abnehmen des Leichnams Jesu vom Kreuz, das Segnen von Schafen unter dem Epitaph, das Verbrennen von Judas, das Weitertragen des Heiligen Lichts aus den Kirchen in die Wohnhäuser, während man schweigt, und ein Gang zum Friedhof, um rote Eier auf den Gräbern niederzulegen Auch während des Festes des Heiligen Johannes des Theologen in Marmaketo auf der Lassithi-Hochebene erblühen die getrockneten Orchideen des Epitaphs wieder. In Agios Thomas und im Gemeindebezirk Asterousia leben einstige Bräuche wieder auf. Tempel und Häuser werden mit gewachsten Seilen umspannt, um böse Geister fernzuhalten.

Es gibt noch weitere Bräuche, wie z. B. den Klidonas-Brauch, der Ende Juni am Tag des Heiligen Johannes des Täufers begangen wird. Beim Fest der Verklärung Christi bringen Pilger die ersten Trauben der Saison als Opfergabe dar, um ihre Weingüter zu segnen, während am selben Tag auf dem Gipfel des Afendis im Dikti-Gebirge Gläubige im Boden um die Kirche herum nach Münzen suchen. Am 3. November, am Festtag des Heiligen Georg „Methystis“ (methystis: einer, der einen betrunken macht) werden die ersten Weinfässer geöffnet. In den Dörfern Asi Gonia und Karoti bei Rethymnon wird das Fest zu Ehren des Heiligen Georg abgehalten. Schafe werden vor dem Pfarrer gemolken und die Milch wird in der Kirchengemeinde verteilt.