Spinaloga | Locations

Spinaloga

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Am nördlichen Eingang der Elounda-Bucht, in einer Schlüsselposition zur Kontrolle ihres Naturhafens, liegt die kleine Insel Spinalonga, mit einer Fläche von 8,5 ha und einer Höhe von 53 m. Die Insel wurde in der Antike, wahrscheinlich während der hellenistischen Zeit, durch eine große Umfassungsmauer befestigt. Auf den Ruinen einer alten Burg errichteten die Venezianer eine starke Festung, die nach der Befestigungspraxis des Bastionssystems von Genese Bressani und Latino Orsini entworfen wurde.

Die erste Bauphase der Festung dauerte von 1579 bis 1586. Für den Festungsbau wurde der einheimische harte Kalkstein und der weiche Sandstein verwendet, der aus der östlichen Seite der Insel und der angrenzenden Halbinsel „Nissi“ oder „Kolokytha“ abgebaut wurde. Reparaturen und Änderungen an der Festung wurden vor und während des kretischen Krieges (1645-1669) durchgeführt.

Die Befestigung der Insel besteht aus zwei Zonen. Die erste folgt der Küstenlinie, während die zweite sich auf den Felsen des Berggrates begründet. Zwei Quermauern, eine im Südwesten und die andere im Nordosten der Insel, verbinden die obengenannten Zonen. An strategischen Stellen der Befestigung finden sich der Halbmond Michel und der Halbmond Moceniga oder Barbariga, beide großartige Werke der Befestigungsarchitektur.

Während der venezianischen Herrschaft wurde die Festung für militärische Zwecke verwendet. Die Gebäude in ihrem Inneren dienten als Unterkunft für die Wache. Während des kretischen Krieges (1645-1669) fanden auf Spinalonga auch Flüchtlinge und Rebellen („Chainides“) Schutz, die die Türken belästigten, indem sie die Insel als Basis benutzten. Ihre Tätigkeit dauerte so lange, wie die Festung von den Venezianern besetzt war, da Spinalonga nach der Kapitulation und Übergabe von Chandakas 1669 unter der Herrschaft von Venedig blieb. Aus der Zeit der venezianischen Herrschaft sind die gewölbten Zisternen, das Gebäude der Wache, das Dreiergebäude und das Pulvermagazin neben der Kirche Agios Nikolaos erhalten, die schon vor der Festung vorhanden war. Während des kretischen Krieges (1645-1669) wurden die Befestigungsanlagen renoviert und ergänzt. Dann wurden auch die Kirchen Agios Panteleimonas und Agios Georgios gebaut.

Nach der Besetzung der Insel durch die Osmanen 1715 entstand allmählich eine rein osmanische Siedlung auf Spinalonga. In den ersten Jahrhunderten der osmanischen Herrschaft wurde die Festung ausgegrenzt und als ein Ort des Exils und der Isolierung verwendet. Dies änderte sich jedoch am Ende des 19. Jahrhunderts. Der Hafen von Spinalonga wird aufgewertet, denn die Insel erhielt eine Außenhandelsgenehmigung. Um die Mitte des 19. Jh. konzentrierte sich auf der Insel eine große Anzahl von Einwohnern, vor allem Händler und Seeleute, die den Vorteil einer sicheren befestigten Siedlung und die Handelswege im östlichen Mittelmeer ausnutzten.

Das Leben dieser Siedlung wurde aufgrund der politischen Entwicklungen, die auf Kreta in den letzten Jahren des 19. Jh. stattfanden, abrupt unterbrochen. Die Unsicherheit, die unter den Osmanen Kretas wegen der revolutionären Aktivität der Christen herrschte, führte die meisten Einwohner von Spinalonga zur Emigration. Ab 1897 besiedelten französische Truppen Spinalonga für etwa ein Jahr.

1903 erließ der kretische Staat einen Beschluss zur Isolierung von Leprakranken und beschloss, ein Leprakrankenhaus in Spinalonga einzurichten, um eine koordinierte Hilfe für die von der Hansen-Krankheit Befallenen zu ermöglichen. Das harte Leben der Patienten, die bis 1957 auf der Insel blieben, prägte die Insel als einen Ort des Martyriums und eine Gedenkstätte.

  • Betriebsstunden: 09:00-19:00, Daily
  • Ticket-Preis (€): 2
  • Reduzierter Eintrittspreis (€): 1