Malia | Locations

Malia

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Die menschliche Präsenz in Malia während der Jungsteinzeit (6000-3000 v.Chr.) wird nur durch Scherben (Teile von Tongefäßen) nachgewiesen. Das Gebiet war von der Mitte des 3. Jahrtausends bis zum Ende der Vorgeschichte kontinuierlich besiedelt.

Häuser vorpalatialer Siedlungen (2500-2000 v. Chr.) wurden unter dem Palast aufgedeckt, während Grabstätte aus derselben Zeit in der Nähe zum Meer gefunden wurden. Um 2000-1900 v. Chr. wurde der erste Palast erbaut. Die bereits starke Siedlung, aus der Stadtteile um den Palast herum erhalten sind, wird in eine palastartige Zentrum-Stadt umgewandelt.  Der Palast wurde um 1700 v. Chr. zerstört und um 1650 v. Chr. an der gleichen Stelle und nach dem Grundbauplan des früheren Palastes wiederaufgebaut, während 50 Jahre später einige Änderungen vorgenommen wurden. Die Zerstörung des neuen Palastes fand ungefähr 1450 v. Chr. statt, zeitgleich mit der Zerstörung der anderen minoischen Palastzentren. Im 14.-13. Jahrhundert v. Chr. wurde das Gebiet für eine kurze Zeit zurückerobert. Im Gelände „Marmara“ finden sich weitläufige Ruinen einer römischen Siedlung und eine Basilika aus dem 6. Jahrhundert.

Der britische Admiral Th. Spratt, der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Kreta reiste, berichtet über Funde von Blattgold an der Stelle „Helleniko Livadi“. Iosif Hatzidakis begann 1915 eine Probegrabung auf dem Hügel „Azymo“ und entdeckte dabei die südliche Hälfte des Westflügels des Palastes sowie Gräber am Strand, stellte er jedoch die Grabungsarbeiten ein. Schließlich übernahm die Französische Archäologische Schule Athen die Ausgrabungen, die, mit Unterbrechungen, nach wie vor im Palast, in den Stadtteilen und in den Nekropolen am Strand durchgeführt werden. Die einschlägigen Veröffentlichungen und Studien sind seit 1928 in der Reihe ETUDES CRETOISES und in den Werken von H. Van Effenterre und O. Pelon zu finden. Die Funde der Ausgrabungen sind im Museum Heraklion und einige im Museum Agios Nikolaos ausgestellt.