Festung Frangokastello | Locations

Festung Frangokastello

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Die venezianischen Feudalherren forderten von Venedig den Bau einer Festung in Sfakia, um sich sowohl vor Piraten als auch vor den aufständischen Einheimischen zu schützen.

Der Senat hegte jedoch Vorbehalte gegen diese Anforderung wegen der hohen Kosten. 1371 wurde der Schlusstein eingesetzt und 1374 wurde die Festung vollendet. In der Zwischenzeit strebten die Einheimischen mit allen Mitteln danach, ihre Fertigstellung anzuhalten und daher zerstörten sie, was am Tag gebaut wurde. In der Bezeichnung Frangokastello (die Burg der Franken, nämlich der Katholiken), die der neuen Festung gegeben wurde, spiegelte sich die Verachtung der Einheimischen gegenüber den Eroberern wider.

In ihrer heutigen Form weist Frangokastello keine starken Abweichungen von ihren Darstellungen in den venezianischen Zeichnungen auf. Sie folgt den alten Befestigungskonzeptionen, nämlich vor der Durchsetzung des „Bastionssystems“, welches vor der Mitte des 16. Jahrhunderts in Kreta ankam. Es handelt sich um einen rechtwinkligen Bau mit senkrechten Wänden und vierseitigen Türmen an den vier Ecken, wobei der Südwestturm bedeutend größer als die übrigen ist. Die Türme und die Wände enden in gezackten Schießscharten. Der Haupteingang befand sich an der Südseite. Die Burg in ihrer heutigen Form ist allerdings eine Rekonstruktion aus dem 19. Jahrhundert. Über diesem Eingang waren 4 Wappen von namhaften venezianischen Familien in die Mauer integriert. Davon sind noch zwei erhalten, nämlich diejenigen der Familien Querini und Dolfin. Über den Wappen befindet sich der Markuslöwe. Ein weiterer Eingang öffnet sich an der Ostseite. Die drei kleinen Türme sind durch mehrere Rekonstruktionsphasen erhalten, vor allem an den Etagen. Aus den erhaltenen alten Elementen lässt sich schließen, dass das Erdgeschoss ein Bogendach hatte und der oberste Teil mehrmals mit Zwischenböden und Erddecken umgebaut wurde. Im Gegensatz dazu musste der größte Turm kleinere Eingriffe hinnehmen. Dieser Turm war ein besonderes Verteidigungselement der Festung, da er in der Lage war, eine größere Anzahl von Kriegern aufnehmen und er auch bessere Sicht verschaffte.

Die ebenerdigen Bauten, die im Innenhof erhalten sind, wurden vor relativ kurzer Zeit auf den Mauerresten der letzten Bauphase umgebaut. Es handelt sich um aneinandergereihte, rechteckige Räume, die für die Unterbringung der Soldaten, aber auch für andere Zwecke (Lagerhäuser, Küchen usw.) vorgesehen waren. Eine ähnliche Form müssen sie während der venezianischen Herrschaft gehabt haben, wie man aus den Karten dieser Zeit schließen kann. Auf diesen Karten ist auch die Kirche des Agios Markos im Innenhof der Festung zu sehen. Jedoch behauptete G.Gerola, dass die Ruinen der Kirche sich außerhalb der Burg an ihrer Südseite befänden. Es handelt sich hierbei um die Fundamente der Wände eines kleinen Gebäudes, die Spuren von Wandmalereien tragen.

Die Kirche wurde bei der Reparatur der Burg von Mustafa Naili Pasha zerstört. Wie zuvor erwähnt, wurden an Frangokastello gelegentlich weitgehende Rekonstruktionen durchgeführt. Die erste wird 1593-1597 von dem Generalproveditoren Nicolo Dona erwähnt, während einige Jahre später führte auch der Proveditor von Sfakia umfangreiche Reparaturen durch. Im Jahre 1645, während der Feindseligkeiten mit den Türken für die Besetzung Kretas, wurden 1000 Lire für Verstärkungsarbeiten zugewiesen. Die weitgehendste Eingriffe wurden allerdings von Mustafa Pasha während der kretischen Revolution von 1866-1869 gemacht. Bei Reinigungsarbeiten wurden interessante Keramikwaren aus der venezianischen Herrschaft, hauptsächlich aus dem 16. Jahrhundert, Münzen und Bleistempel aufgefunden.

 

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