Archäologisches Museum Agios Nikolaos | Locations

Archäologisches Museum Agios Nikolaos

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Das archäologische Museum Agios Nikolaos wurde mit dem Ziel gegründet, Fundstücke von Ostkreta auszustellen, die bis dahin ins Museum in Heraklion gebracht wurden. Die Ausstellung hat noch nicht ihre endgültige Form erreicht, deckt allerdings eine riesige Zeitspanne von der Jungsteinzeit bis Ende der griechisch-römischen Zeit.

Der Besucher kann die zeitliche Entwicklung der Kunst in dieser Gegend durch repräsentative Proben verschiedener Stile und Epochen verfolgen. Die größten und bedeutendsten Gruppen bestehen aus den Grabbeigaben von dem frühminoischem Friedhof von Agia Fotia (heiliges Feuer) in der Nähe von Sitia (3000 – 2300 v. Chr.) im ersten Raum und den Fundstücken  aus dem Palast von Malia, die durch die Forschungen der französischen archäologischen Schule ans Licht kamen, im vierten Raum. Als das berühmteste Objekt gilt das Trankopfergefäß, das als die „Göttin von Myrtos“ bekannt wurde.

Das Gebäude des Museums ist rechteckig und besteht aus 8 Ausstellungsräumen, die kreisförmig um einen zentralen, rechteckigen und gepflasterten Innenhof angeordnet sind. Vor ihm gibt es eine überdachte Terasse, die zu den Büros der Dienststelle ( ehemalig Regionalbüro) und zur Wartungswerkstatt auf der einen Seite und in einen Garten, der  U-förmig das Hauptgebäude umschließt, auf der anderen Seite führt. Beim Betreten durch den  Haupteingang  des Museums in die Vorhalle befindet sich links die Eintrittskasse und der Verkaufstand für Bücher und Karten, hinter dem der kleine Raum für die Wärter liegt. Rechts sind die Toiletten.

Vorne öffnen sich die Austellungsräume. Der Besucher richtet sich nach links und  dem Uhrzeigersinn  folgend  besichtigt er die Exponate nach Ausgrabungsgruppen und nach zeitlicher Reihenfolge. Im ersten Raum werden Grabbeilagen, die 1971 im küstennahen Friedhof von Agia Fotias gefunden wurden, ausgestellt. Dieser Friedhof, der an Gräbern zahlenmäßig größte des prähistorischen Kretas und einer der größten in Griechenland ist, hatte mindestens 260 Gräber mit über 1600 Gefäßen, einigen Bronzedolchen und vielen Obsidianklingen ( 3000 – 2300 v. Chr.). Die Gefäße sind ohne die Hilfe einer Töpferscheibe hergestellt, haben verschiedene Formen und bezeugen sowohl Beziehungen wie auch Einflüsse innerhalb Kretas( vor allem Zentralkretas) , aber auch den Kykladen. Die Einflüsse der Kykladen sind sogar so stark, dass wir von einer kretisch-kykladischen Kultur sprechen können.

Im zweiten Raum wird eine andere bekannte jüngere Keramikgruppe aus der bedeutenden frühminoischen Siedlung Fourno Koryfi in der Nähe des Dorfes Myrtos, Ierapetra gezeigt. Zu ihr gehöhrt das berühmteste Objekt des Museums „ Die Göttin von Myrtos“. Es handelt sich hierbei um ein ausgezeichnetes Trankopfer Gefäß (frühminoische II b Periode) in der Form einer Göttin mit sehr kleinem Kopf auf sehr dünnem Hals und glockenförmigem  Körper. Mit der rechten Hand hält sie und mit der linken Hand umfasst sie eine kleine Schnabelkanne, den einzigen Ausgang für die Flüssigkeit aus dem Inneren  des Trankopfergefäßes.

In der Vergangenheit wurden wechselnde Ausstellungen gezeigt wie: Lassithi  5000 Jahre künstlerischen Ausdrucks: Nikos Sotiriadis, Maskenfiguren 1997, „Europäische Tage Kulturerbe: Das unsterbliche Wasser“, usw. . In naher Zukunft  erhalten die Räume ihre endgültige Form, da   eine erneute Ausstellung  im Rahmen der Integration des Museums in  GFK III von CG Regionalbüro „Prähistorische und klassische Altertümer „  geplant ist.

( Verfasser: M. Chatzipanagiotis, Archäologe)

  • Reduzierter Eintrittspreis (€): 2
  • Ticket-Preis (€): 3
  • Betriebsstunden: zur Zeit geschlossen wegen Vergrößerung