Musiktradition

DIE INSEL WEIST EINE LANGE UND REICHE MUSIKTRADITION AUF, DIE TIEF IN DER ANTIKE VERWURZELT IST.

Diese Tradition wurde von der byzantinischen Musik stark beeinflusst und durch die Musik des gesamten östlichen Mittelmeerraums bereichert. Bei Festen und Feiern erleben Einheimische und Besucher die besondere Musikkultur Kretas. Kretische Musik gilt als die lebendigste in Griechenland – nicht nur weil sie sich fortlaufend weiterentwickelt und kreative zeitgenössische Musikelemente einfließen, sondern auch weil sie es schafft, die heutige Realität auszudrücken.

Improvisation ist eines der Merkmale, das kretische Künstler auszeichnet. Musiker beschränken sich nicht auf die Wiederholung von Basismelodien, sondern bereichern ihr Spiel durch Improvisationen, mit denen Tänzer begleitet werden, die sich ihrerseits spontan neue Bewegungen einfallen lassen. Mantinades, kleine Gedichte, drücken die Emotionen der Kreter aus – Kummer, Liebe und alle sonstigen Gefühle, die der sensiblen kretischen Seele entspringen. Zu den beeindruckendsten Erlebnissen eines typischen kretischen Festes gehört es, wenn zwei oder mehr Improvisationskünstler stundenlang Mantinades austauschen.

TippEINES DER URTUEMLICHSTEN BEISPIELE FUER DIE MUSIKALISCHE UND DICHTERISCHE TRADITION SIND DIE MAENNER IM WESTEN KRETAS, DIE ARM IN ARM DIE RIZITIKA (REBELLENLIEDER) SINGEN.

Die enge Verbindung der Kreter mit der Musik und dem Tanzen geht auf die Mythologie und den Anfang der kretischen Geschichte zurück.

Bekannte Mythen beschreiben mit Klarheit einen geographischen Raum, wobei die Musik und das Tanzen eine bedeutende Rolle im Alltag, im religiösen Leben, in Unterhaltung, bei Geburt, Hochzeit, Tod und sogar im Krieg spielten. Typische Beispiele sind der Mythos von Kureten, welche tanzend ihre Schilder schlugen, um das Geschrei des neugeborenen Zeus zu übertonen, die historischen Beweise und die Kunstwerke, wie der berühmte Sarkophag von Agia Triada, worauf man zum ersten Mal eine siebensaitige Lyra sieht, sowie die Beschreibung Homers über den Schild von Achilles und die darauf abgebildete Feier in Knossos.

Die Lyra, das Hauptinstrument der kretischen Musik, erschien ca. im 17. Jh. n.Chr. und war nach dem 18. Jh. völlig etabliert. Lokale Bände nehmen an kulturellen Veranstaltungen teil und ihre Tätigkeit fördert das kulturelle und künstlerische Leben auf der Insel. Eine besondere Eigenschaft des kulturellen Charakters Kretas ist auch seine traditionelle Musik, die noch heute lebendig geblieben ist und zwar entwickelt sich. Es gibt eine große Vielfalt an organischen Melodien und Liedern auf der Insel. Die tänzerischen Melodien bestehen aus kleinen melodischen Phrasen, die sogenannten „Kontylies“, die durch Improvisierung auf vielfältige Weise kombiniert werden können.

Improvisierungen können auch beim Tanzen stattfinden. Berühmt überall auf Kreta sind auch die uns bekannten „Mantinades“,  15-silbige jambische Reimpaare, die von Liebe, Satire, usw. sprechen. Das bekannteste traditionelle Musikinstrument, das noch heute Bestandteil der kretischen Musik ist, ist die dreisaitige birnenförmige Lyra. Die Lyra ist mit dem Bogen gespielt und manchmal mit kleinen Klingeln, die sogenannten „Gerakokoudouna“, dekoriert, welche eine harmonische und rhythmische Begleitung bieten. Mehrere von den traditionellen Liedern Kretas gehen auf die byzantinische oder die venezianische Zeit zurück.

MUSIKTRADITION

Obwohl die Handwerkstätigkeiten in den letzten Jahren gefährdet sind und an Bekanntheit verloren haben, erreichen im Gegenteil die Musik und das Tanzen eine hohe Blüte. Durch die Teilnahme an kleinen und großen Festen „einweihen“ sich die Bewohner in eine große Musiktradition, indem sie in Kontakt mit der kretischen Musik und Tänzen kommen. Kreta hat eine lange und reiche Musiktradition mit Wurzeln in der Antike und in der byzantinischen Musik, doch mit Einflüssen aus der gesamten Kultur des östlichen Mittelmeers. Der Anfang der kretischen Musiktradition geht auf die Geburt von Zeus zurück. Der Mythologie nach schlugen die Kureten ihre Schilder tanzend, als Zeus geboren war, um das Geschrei des neugeborenen Gottes zu übertönen, sodass sein Vater, Kronos, ihn nicht hören konnte. Auf dem minoischen Sarkophag von Agia Triada, der im Archäologischen Museum in Heraklion ausgestellt wird, wird ein Festzug mit Musikern und Tänzern abgebildet.

Die traditionelle kretische Musik gilt als die lebhafteste Musik Griechenlands,  nicht nur weil sie sich entwickelt und moderne Musikelemente kreativ integriert, sondern auch weil sie die heutige Realität ausdrückt und kritisiert. Die Improvisation ist eine der Eigenschaften der kretischen Musik. Während der mehreren Feiern und Feste sollen die Musiker nicht dieselben Hauptmelodien wiederholen, sondern können Sie sie ihre Musik mit Improvisationen bereichern, wozu die auch improvisierenden Tänzer tanzen.

TAENZE

Die traditionellen Tänze werden von Männern und Frauen getanzt, die die wunderschöne kretische Tracht tragen. Entweder sie einen schnellen oder einen langsameren Rhythmus haben, geht es um dynamische und imposante Tänze, welche an Kriegstänze erinnern, wenn große Gruppen von Männern tanzen. Zur Musik tanzend bilden die Tänzer einen offenen Kreis und entfalten mit besonderem Talent die komplizierten Schritte der Haupttänze, d.h. des „Pentozalis“, des „Syrtos“ und des „Pidichtos“. Auf jeden Fall stützt sich der erste Tanzer, meistens ein Mann, auf die rechte Hand des Nachbartänzers und führt mit besonderer Virtuosität ausgezeichnete Tanzfiguren aus, die bekannten „Talimia“.

Jedes Gebiet der Insel hat seine eigenen traditionellen Tänze, viele von denen ihre antike kreisförmige Bewegung erhalten und noch heute systematisch getanzt werden, sodass die Tänzer ihre Virtuosität zeigen können. Die Haupttänze sind der „Pentozalis“, eine Entwicklung des antiken Tanzes „Pyrrichios“, der „Kastrinos“, die „Sousta“, der langsame „Syrtos“ und der „Syrtos“ von Chania. Die berühmte, von Mikis Theodorakis komponierte Melodie von „Zorbas“ basiert auf eine ältere Variante des „Syrtos“ von Chania. Außer diesen Tänzen gibt es auch verschiedene Variante von Gegend zu Gegend. Es ist von großer Bedeutung, dass es noch heute keinen Kreter gibt, der traditionelle Tänze nicht tanzen kann.

LIEDER

Die traditionelle Musik Kretas schließt meistens tänzerische Melodien ein. Doch es gibt auch Lieder, die einfach instrumental begleitet sind. Die Lieder sind in zwei Kategorien geteilt. Die berühmteste Liederform ist die 15-silbigen jambischen Reimpaare, die sogenannten Mantinades, die meistens von Liebe sprechen und während der traditionellen Feste und Ständchen gesungen werden. Die Kreter sind bekannt für ihre Leichtigkeit bei allen Gelegenheiten Mantinades spontan zu bilden.

Die zweite wichtige Kategorie fasst Tafel-Lieder um, die meistens bei den Dörfern am Fuß („Riza“ auf Griechisch) der Lefka Ori-Gebirge gesungen werden; das ist der Grund, warum diese Lieder „Rizitika“ genannt werden. Ihrem Inhalt nach spricht man von akritischen, heroischen, historischen und Liebesliedern.

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Die kretische Lyra

Die Lyra, das Hauptinstrument der kretischen Musik, erschien ca. im 17. Jh. n.Chr. und war nach dem 18. Jh. völlig etabliert. Die noch heute vorherrschende birnenförmige Lyra wurde früher von dem Bulgari und später (bis heute) von der Laute begleitet. Sowohl der Klang und die Form der kretischen Lyra als auch die traditionellen Melodien der kretischen Musik sind nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltet, wobei die bedeutende Rolle der aus Rethymno kommenden Lyraspieler unbestreitbar ist.

Die aus Rethymno kommenden, führenden Lyraspieler Kostas Mountakis und Thanasis Skordalos haben jeweils ohne Zweifel in ihrer Zeit die Grundlagen für die Etablierung und die nachfolgende weltweit Anerkennung der traditionellen kretischen Musik geschafft. Noch heute wird die kretische Lyra von meistens selbst erfahrenen Handwerkern hergestellt.

Außer Lyra sind die Laute und die Violine die bekanntesten kretischen Musikinstrumente. Die kretische Musik bereichert sich mit der Mandoline und dem Bulgari, während die Blasinstrumente auch eine bedeutende Rolle spielen; ihre bekanntesten Vertreter sind das sogenannte “Champioli“(die kretische Flöte) und die „Askompantura“ (kretische Sackpfeife mit Wurzeln in der Antike).

Herstellung von traditionellen Musikinstrumenten

In Zusammenhang mit der kretischen Musik wurde sich auch die Herstellung von traditionellen Musikinstrumenten von den Musikern selbst entwickelt. Beim Bau der Musikinstrumente wurden Materialien aus dem kretischen Land verwendet. Einst wurden die traditionellen kretischen Musikinstrumente von den Musikern selbst gebaut. Die Lyra wurde aus Maulbeerbaum-, Ahorn- oder Nussbaumholz gebaut; für den Bogen wurde das Mispelbaumholz zusammen mit Haaren aus dem Schwanz eines Pferdes genutzt, worauf kleine Klingeln, die sogenannten „Gerakokoudouna“ sich hängten.

Die heutige Form der Lyra wurde nach 1940 etabliert; es gibt jetzt mehrere Lyra-Hersteller mit ausgezeichneter Erfahrung auf der Insel. Die „Champiolia“ wurden aus Schilf und die „Askompantoura“ aus Ziegenhaut gebaut. Ein der bekanntesten Musikinstrumentenhersteller auf Kreta ist Antonis Stefanakis, dessen Werkstatt in Zaros ist. Eine neue Generation von Musikinstrumentenherstellern, die sowohl mit den Instrumenten als auch mit der kretischen Tradition vertraut sind, setzt kreativ ihre traditionelle Kunst fort.

Künstlervereinigung für traditionelle kretische Musik

Die Vereinigung wurde im Jahr 1981 gegründet und hat ihren Sitz in Heraklion, Kreta. Sie zählt 560 Mitglieder und hat einen siebenköpfigen Vorstand. Ziel der Vereinigung ist die Verbreitung und die angemessene Förderung der kretischen Traditionen, bezogen auf die Sitten und Bräuche der Insel.

Jedes Jahr veranstaltet die Vereinigung Konzerte und andere Kulturveranstaltungen auf der ganzen Welt mit verschiedenen Musikprogrammen, bei denen Künstler musizieren und traditionelle kretische Lieder vortragen. Die Vereinigung arbeitet außerdem auch noch mit anderen öffentlichen Trägern zusammen.

Weitere Informationen: cretamusic