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Die venezianische Ära

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1204 – 1669

Der blühende Wohlstand des christlichen Kretas unter dem Schutze des byzantinischen Reichs fand eine jähe Unterbrechung durch die Araber im Jahre 824 n. Chr. Die neuen Besatzer der Insel machten aus Candia, dem heutigen Heraklion, einen Ausgangspunkt für ihre Seeraubzüge im Mittelmeer.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen schafften es die Byzantiner schließlich, Kreta im Jahre 961 n. Chr. unter dem Befehl von Nicephorus Phocas zu befreien, und gaben somit der byzantinischen Tradition Kretas einen neuen Impuls.

Nach der Besetzung von Konstantinopel im vierten Kreuzzug im Jahre 1204 wurden die Venezianer bis zum Jahre 1669 zu den neuen Herren von Kreta. Während dieser Zeit kam es auf Kreta zu einer großen wirtschaftlichen und spirituellen Entwicklung, trotz der revolutionären Aktivitäten der lokalen Bevölkerung. Große Städte wurden wieder aufgebaut, geschmückt mit imposanten Monumenten und befestigt durch massive Mauern. Unterdessen war es eine Zeit, in der die Kunst florierte. Große Ikonografen und Maler zogen die Aufmerksamkeit auf sich, wie z. B. Dominicus Theotocopoulos (El Greco) und Michael Damascenus.

Darüber hinaus erlebten Literatur, Dichtkunst, Musik und Theater eine noch nie da gewesene Blüte und es gingen Meisterstücke wie Erotokritos und Erophile daraus hervor. All dies wurde im Jahre 1669 zum Erliegen gebracht, als Candia, die letzte Festung auf Kreta, von den Osmanen nach 21 Jahren der Belagerung eingenommen wurde.