Blattgemüse & Einheimische Kräuter

KRETA IST BERUEHMT FUER DIE KRAEUTER UND DIE HEILPFLANZEN

Die überall auf den Bergen, den Anbauflächen und an der Küste wachsen. Viele davon sind endemisch und schon in der Antike war ihre therapeutische Wirkung bekannt. Heutzutage werden sie nur selten verwendet aber im Winter trinkt man oft Tee aus Syrischem Gliedkraut, Diptam-Dost oder Salbei. Außerdem wird den kretischen Spezialitäten ein einzigartiger Geschmack durch die Verwendung von Kräutern verliehen.

Diptam - Dost

(ORIGANUM DICTAMNUS)

Dieses Kraut ist endemisch auf Kreta, wo es auch als „Erontas“ oder „Stomachochort“ bekannt ist. In der Antike wurde es als Blutstillungs- und Wundbehandlungsmittel verwendet. Seine Verwendung zur Behandlung von Magenbeschwerden und Wunden wird auch in den Schriften von Hippokrates erwähnt. Der Legende nach reiben die wilden Tiere ihre Wunden an der Pflanze, so dass sie sogleich verheilen.

Der Diptam-Dost wächst nur auf steilen Berghängen und Abgründen, deswegen ist seine Sammlung gefährlich. Seine Blüte- und Sammelzeit ist im Sommer. Heutzutage wird er vor allem als Tee eingenommen oder auch zur Herstellung von Getränken verwendet.

Griechischer Salbei

(SALVIA FRUTICOSA)

Der griechische Salbei ist eines der bekanntesten Kräuter von Kreta und hat einen aromatischen Duft. Seine lilablauen Blüten erscheinen von Mai bis Juni. In der Antike wurde er als Stärkungsmittel eingenommen. In der Gastronomie wird er zum Würzen von mehreren Speisen (vor allem Fleischgerichten) verwendet.

Wildmajoran

(ORIGANUM MICROPHYLLUM)

eine Blüte- und Sammelzeit ist von Juli bis August. Er wird in der Pharmazie, der Gastronomie und der Herstellung von Parfümen verwendet. Er hat ähnliche Wirkung wie der Thymian. Schon seit der Antike verwendet man ihn bei Nervenerkrankungen und er ist ein ideales Mittel gegen Erkältung. Er wird oft als Tee gemischt mit Syrischem Gliedkraut eingenommen.

Syrisches Gliedkraut

(SIDERITIS SYRIACA)

Das Syrische Gliedkraut ist eine Bergteesorte, die in ganzem Griechenland bekannt ist. Seine Sammel- und Blütezeit ist im Juli. Es wächst auf trockenen, unfruchtbaren Flächen in den Gebirgen und ist eine wichtige Futterpflanze, vor allem im Gebirge Madares. (Madares ist ein anderer Name für Lefka Ori und stammt aus dem Wort „madaros“ = kahl, ohne Vegetation.)

In der Antike bezog sich das Wort Sideritis auf die Heilung von Wunden, die durch metallische Gegenstände verursacht wurden. Das Wort „Malotira“, wie dieses Kraut auf griechisch heißt, entstand in der Zeit der venezianischen Besatzung von Kreta (ital. male=Krankheit, tirare=ziehen). Das Syrische Gliedkraut wird als Tee bei Magenbeschwerden oder Erkältung sowie als Diuretikum eingenommen.

Griechischer Oregano

(ORIGANUM VULGARE SSP HIRTUM)

Die Blüte- und Sammelzeit des Oreganos ist von Juni bis Juli. Seine Blüten sind weiß und duften süß und würzig. Er wächst auf felsigen, sonnenbeschienenen Flächen. Der Oregano, wie auch der Thymian, ist eine sehr wichtige Pflanze für die Bienenzucht. In der Mittelmeerküche wird er oft als Gewürz für Braten, Fisch- und Fleischgerichte.

Früher war er eine wichtige Einkommensquelle für die Landbevölkerung. Schon in der Antike war die therapeutische Wirkung des Oreganos bekannt. Er wird als appetitanregendes, antiseptisches oder linderndes Mittel bei Zahn- und Magenschmerzen benutzt. Das ätherische Öl des Oreganos findet sehr oft Anwendung bei der Herstellung von Parfümen.

Köpfiger Thymian

(CORIDOTHYMUS CAPITATUS)

Die blauen Blüten des Köpfigen Thymians erscheinen von Juni bis Juli. Auf Kreta wächst auch der Weiße Thymian. Beide sind sehr wichtig für die Bienenzucht. Der Thymianhonig gilt als der beste Honig.

Der Thymian hat antiseptische, diuretische, antiparasitische und fiebersenkende Wirkung. Das ätherische Öl des Thymians wird auch bei der Herstellung von Zahnpasten benutzt. In der Gastronomie wird es als Gewürz verwendet.

Thymbra - Bergminze

(SATUREJA THYMBRA)

Die Thymbra-Bergminze wird in der Pharmazie sowie in der Bienenzucht benutzt. Ihre Blütezeit ist von Juni bis August. Sie duftet ähnlich wie der Thymian und der Oregano. Sie regt den Appetit an und lindert rheumatische Schmerzen. Darüber hinaus wird sie in der Gastronomie verwendet.

In den trockenen, wasserarmen Gebirgen sowie in den Wäldern und den Schluchten von Kreta gibt es auch viele andere aromatische Pflanzen und  Kräuter, wie zu Beispiel der Fenchel, die Zistrose, der Lavendel, der Apulische Zirmet, die Zitronenmelisse usw. In den Gärten und auf den Höfen der Häuser gibt es Basilikum, Minze, Rosmarin, Petersilie, Dill, Zitronenkraut und viele andere Pflanzen, die Kreta kennzeichnen.

Echte Kamille

(MARTICARIA CHAMOMILA)

Man sammelt Kamille von April bis Juni und trocknet sie zur Verwendung das ganze Jahr durch. Sie wächst überall auf Kreta, vor allem auf trockenem Boden.

Sie hat entzündungshemmende, antiallergische, schmerzenlindernde sowie antiseptische Wirkung. Meistens wird sie als Tee mit anderen kretischen Kräutern eingenommen. Sie hilft zum Entspannen und wirkt gegen Schlaflosigkeit.

Pfefferminze

(MENTHA X PIPERITA)

Ihre Blüte- und Sammelzeit ist von Juni bis August. Sie ist eines der wichtigsten Kräuter. Sie wirkt gegen Verdauungsstörungen, Nervenerkrankungen und Schlaflosigkeit. Wegen ihres aromatischen Dufts wird sie oft bei der Zubereitung von Eis, Kompotten und Salaten und verleiht einen leckeren Geschmack.

Winter - Linde

(TILIA CORDATA MILL)

Die Winter-Linde wird als aromatische Pflanze sowie als Heilkraut verwendet. Ihre Blüten werden bei Magenbeschwerden, Husten, Schnupfen sowie beim Abnehmen verwendet und haben schmerzlindernde, krampflösende, diuretische, schleimlösende und schweißtreibende Wirkung. Ihre Blütezeit ist von Juni bis Juli.

Echter Lorbeer

(LAURUS NOBILIS)

Viele kennen nicht die nützlichen Wirkungen des Lorbeerstrauchs. Früher wurde sie zur Verstärkung des Haares verwendet. Außerdem bestrich man sich mit Tee aus Lorbeer zur Behandlung von Rheuma und Prellungen. Er wird gegen Verdauungsstörungen benutzt und hat magenschonende Wirkung.

Rosmarin

(ROSMARINUS OFFICINALIS)

Früher wurde Rosmarin als Tee bei Kopfschmerzen und Migränen eingenommen. Nach Wissenschaftlern kann man durch seine regelmäßige Verwendung Haarausfall vorbeugen. Er hat antibakterielle und antiseptische Wirkungen, regt den Kreislauf an und hilft bei Schlaflosigkeit.

Basilikum

(OCIMUM BASILICUM)

Das Basilikum wird entweder allein oder zusammen mit anderen Kräutern als Gewürz in der kretischen Küche oder bei der Aromatisierung von Olivenöl verwendet. Es wirkt gegen Kopfschmerzen, Migränen, Entzündungen im Mund und Darmkrämpfe. Früher wurde er auch als Salbei bei Skorpion-, Bienen und Brennesselstichen verwendet.

Geißblatt

(LONICERA)

Diese Pflanze ist durch den berauschenden Duft und die erstaunlich schönen Blüten gekennzeichnet. Sein Duft ist einzigartig! Deswegen wird das ätherische Öl des Geißblattes sehr oft benutzt. Früher wurde es von Naturfreunden bei Hautinfektionen und Schlaflosigkeit verwendet.

Hafer

Der Hafer findet Anwendung in der Medizin und wird als Mittel gegen Depression, Erschöpfung und Schlaflosigkeit empfohlen. Wegen seines großen Gehaltes an Vitaminen und Tannin gilt er als eines der besten Stärkungsmittel für das Nervensystem.

Dünen - Trichternarzisse

(PANCRATIUM MARITIMUM)

Wegen des Massentourismus und anderer Formen der „Entwicklung“ ist die Dünen-Trichternarzisse eine gefährdete Art an der Mittelmeerküste. In der Antike inspirierten ihre duftenden Blüten einen Künstler, der sie auf den Wandmalereien von Akrotiri, Santorini, abgebildet hat, wie es nach ca. 2.500 Jahren bei den Ausgrabungen entdeckt wurde.

Sie vermehrt sich durch ihre Knollen, die aber durch die menschlichen Aktivitäten an den Stränden (wie z.B. Motocross), zerstärt werden.

Mönchspfeffer

(VITEX AGNUSCASTUS)

Der Mönchspfeffer ist ein laubabwerfender Strauch mit graugrünen, zusammengesetzten, handförmigen Blättern und lila oder weißen Blüten, die von Sommer bis Frühherbst erscheinen.

Als Prometheus vom Zentauren Cheiron befreit wurde, setze er sich dem Mythos zufolge einen Mönchspfefferkranz auf zur Erinnerung an seine Fesseln, die auch aus Mönchspfefferzweigen waren. Darüber hinaus erzählt Homer in der Ilias, dass Achilleus die Söhne von Priamos mit Mönchspfefferzweigen im Wald von Idi fesselte.

Myrte

(MYRTUS COMMUNIS)

Die Myrte inspirierte mit ihren grünen, glänzenden Blättern und ihren schönen, weißen Blüten den Künstler, der den goldenen Myrtenkranz im Grab von Vergina schuf.

Im antiken Griechenland war die Myrte der Göttin Aphrodite geweiht, die sich hinter einem Myrtenstrauch versteckte, als sie aus dem Meer auftauchte. Damals schmückten sich die Bräute mit Myrtenkränzen. Ihre Blätter sind mit durchscheinenden Drüsen punktiert. Diese Drüsen enthalten das ätherische Öl, das der Pflanze seinen charakteristischen Duft verleiht.

Kretische Zistrose

(CISTUS CRETICUS)

Die Kretische Zistrose ist ein mehrjähriger, aromatisch duftender Strauch. Sie hat rosa und seltener weiße Blüten. Ihre Blütezeit ist von März bis Juni. Auf Kreta nennt man sie je nach Ort auch „Agriotriantafyllia“ (Wildrose) oder „Agriofaskomilo“ (Wildsalbei).

Die Kretische Zistrose ist eine aromatisch duftende Pflanze mit therapeutischer Wirkung. Ihr Spross und ihre Blätter enthalten das balsamische, aromatische Harz Labdanum. Dieses Harz wird aus den Drüsenhaaren der Blätter produziert. Es eine starke antimikrobielle Wirkung und wird als Mittel gegen Blutkrebs verwendet. Das Labdanum hilft auch gegen Schlaflosigkeit, Zahnschmerzen und Tetanus. Aus den Früchten der Pflanze wird ein Tee gegen Durchfall zubereitet und aus den Blättern ein aromatischer Tee.

Früher steckten einige Bäcker Labdanum in den Ofen, um Zwiebäcke zu würzen. Darüber hinaus wurde es in manchen Kirchen von Kreta zum Beweihräuchern verwendet. Es wurde als auch Salbe gegen Hautkrankheiten sowie für Herstellung von Parfümen.

Dieses Harz, das bei den Einheimischen als „Aladanos“ bekannt ist, wird noch auf die gleiche Weise gesammelt. Es wird ausschließlich vom Dorf Sisses bei Mylopotamos, Rethymno, nach arabischen Ländern exportiert, wo es als Inzens benutzt wird. Neueste klinische Studien über die Inhaltsstoffe des Labdanums und deren Wirkung haben bewiesen, dass die Einwohner von Mylopotomos zu Recht es auch gegen Gebärmutterkrebs benutzen.

Crete Day Dreaming

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